
Stellt euch vor: Vor über hundert Jahren gab es im Schwarzwald zwar schon Kühe und Kuckucksuhren, aber noch keine Wasserleitungen aus Metall oder Plastik.
Wie also kam das frische Quellwasser von der Bergwiese bis ins Dorf?
Die Lösung war – die Teuchel. Das ist ein langer Baumstamm, meist aus Tanne oder Fichte. Der Stamm wurde gefällt, entrindet – und dann kam das spannendste Werkzeug zum Einsatz: der Teuchelbohrer.
Mit diesem riesigen Bohrer haben die Handwerker den Baumstamm der Länge nach ausgehöhlt. Stellt euch vor, ihr würdet einen Strohhalm aus Holz schnitzen – nur viel, viel größer.
Die fertigen Teucheln wurden aneinandergelegt, wie Strohhalme in einer Reihe. So konnte das Wasser viele Meter weit fließen – vom Berg direkt ins Dorf, zu Brunnen, Viehtränken oder sogar in die Mühle.
Aber eine Teuchel war nicht ewig haltbar. Nach ein paar Jahrzehnten musste sie ersetzt werden – sonst kam statt frischem Quellwasser nur noch braune Brühe.
Heute sehen wir Teucheln fast nur noch im Museum. Aber manchmal kann man im Schwarzwald noch alte, halb verfallene Leitungen im Boden oder an Hängen entdecken – stille Zeugen einer Zeit, als Wasserleitungen noch aus Bäumen waren.
Und jetzt: Schaut euch den Teuchelbohrer hier im Museum genau an – und überlegt mal, ob ihr Lust hättet, damit einen ganzen Baumstamm zu durchbohren. Ganz ohne Strom!