Heimatverein bangt um seine Zukunft

Der Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt muss um seine Zukunft bangen. Seine Jahresversammlung in ruhiger, sachlicher Atmosphäre im Schweizer-Saal des Stadthauses warf einige entscheidende Fragen vor spärlich besetzten Stuhlreihen auf.  Es sind Personalfragen an der Vereinsspitze und Fragen zur Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Die Antwort auf die Personalfrage ist erst einmal aufgeschoben. Der langjährige Vorsitzende Reinhold Beck und der nicht weniger langjährige Kassier Peter Glitza hatten ihre Rücktritt aus gesundheitlichen  und persönlichen Gründen schon 2025 angekündigt. Seit über einem Jahr sucht der Verein intensiv nach Nachfolgern in beiden Positionen. Bislang ohne Erfolg: „Es gab schlussendlich nur Absagen“, sagte Vorsitzender Reinhold Beck. Notgedrungen erklärten er und Glitza sich bereit, ihre Ämter bis Jahresende weiter zu führen und derweilen weiter nach Nachfolgern zu suchen.

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Machen vorerst weiter: Vorsitzender Reinhold Beck (links)  und Kassier Peter Glitza beim Heimat- und Museumsverein.

Ein weitere Frage trifft den Nerv des Vereins. Schon seit geraumer Zeit versucht er, die Stadtverwaltung für eine professionelle Museumsleitung zu gewinnen,  da sich die Stadt ohnehin finanziell an der Museumsaufsicht beteiligt und diese allein zu stemmen die Möglichkeiten des Vereins übersteigt. Eine  professionelle Museumsleitung habe sich vielerorts bewährt, die Stadt Freudenstadt jedoch lehne derlei Ansinnen ab, sage lediglich Unterstützung von Projekten zu, bedauerte der Vorsitzende: „Auch die Vereinbarung  über den Betrieb des Museums durch die drei Träger Landkreis, Stadt und Verein bedarf einer Überprüfung“, mahnte Beck mit Blick auf die touristische Bedeutung des Museums an. Dazu kämen auf den Verein mit der Nutzung der Feilenhauerei samt Wasserkraft sowie der Münze im Tal X weitere große Aufgaben zu.

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„Tragende Säule unseres Museums und guter Geist im Haus“ nannte Vorsitzender Reinhold Beck (links)  Heidrun Hertrampf, die mit ihrem Mann Werner (Mitte)  fast 15 Jahre die Aufsicht im Museum hatte und nun mit dem Dank des Heimat- und Museumsvereins in den wohl verdienten Ruhestand geht.

Die Gartenschau spielte auch im Jahresbericht des Vorsitzenden eine gewichtige Rolle. Sie habe dem Verein auch durch das erfolgreiche Münzprägen im Christophstal  Gelegenheiten geboten, sich vielfach zu bewähren. So auch bei der Gedenkwoche  „80 Jahre Zerstörung Freudenstadt“, mit einem Dutzend Informationstafeln im Stadtgebiet, der Wiederentdeckung der Skulptur an der Theodor-Gerhardt-Schule oder der Ausstellung über den Bauernkrieg im Schloss Glatt. Jährlich knapp 10 000 Besucher im Heimatmuseum im Stadthaus unterstreichen die Bedeutung des Museums für den städtischen Tourismus. Nach wie vor bemühe sich der  HMV Verein mit Mediendesignerin Heike Butschkus um eine zeitgemäße Ausrichtung. Der Verein stehe auf soliden finanziellen Füßen, legte Peter Glitza in seinem Kassenbericht vor. Die Entlastung übernahm Denise Rietsch, Ehrenpräsidentin der Kulturstraße Heinrich Schickhardt, der Reinhold Beck für ihre langjährige Verbundenheit zu Freudenstadt und zum HMV herzlich dankte.

Text und Bilder: H. Kuhnert