Wegen Waldbrandgefahr: Kein offenes Feuer am Euting-Grab
Trotz der Hitze pilgerten wieder 200 bis 300 Wanderer, Anlieger, Freunde und Bewunderer von „Ruhesteinvater“ Julius Euting zu dessen Grabstätte beim Wildseeblick auf dem Ruhestein.
Zu seinem Geburtstag, so hatte der 1913 in Straßburg verstorbenen Orientalist vermacht, solle eine Tasse Mokka an vorbeilaufenden Wanderer auf dem Westweg ausgeschenkt werden. Mokka war das Zeitlebens das Lieblingsgetränk Eutings. Seit Jahren erinnern sich viele Menschen alljährlich an diesen Brauch.
Die Julius-Euting-Gesellschaft mit Sitz in Tübingen und der Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt (HMV) hatten wieder mit der Familie Notz die Organisation übernommen und den Mokka sowie den traditionellen „Rehrücken“ in Form eines Gebäcks bereitgestellt. Beim Mokka verzichteten sie wegen der Waldbrandgefahr in diesem Jahr auf das offene Feuer und brachte den heißen „Türkentrank“ in Thermoskannen mit, was ihnen ein besonders Lob des Nationalparks Schwarzwald einbrachte.
Dessen Leiter Berthold Reichle sowie Régine Huziker-Rodewald, Präsidentin der Euting-Gesellschaft, und Freudenstadts Kreisarchivar Louis-David Finkeldei erinnerten in ganz unterschiedlichen Kurzbeiträgen an die hohen Verdienste eines ungewöhnlichen Wissenschaftlers und Forschers, der trotz aller Orientreisen seine Liebe zum Schwarzwald und zum Ruhestein erhalten und gepflegt und mit königlicher Genehmigung dort auch seine letzte Ruhestätte erhalten hatte.
Text Hannes Kuhnert, Fotos Jürgen Schnurr