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Schlange stehen für ein Tässchen Mokka

Rund 300 Besucher kommen auf ein Tässchen Mokka zum Euting-Grab auf dem Ruhestein – darunter viel Prominenz.

Die Schätzungen darüber, wie viele Menschen dem Ruhesteinvater an dessen 186. Geburtstag an seinem Grab die Ehre erwiesen haben, lagen alle so um die 300. Das kann durchaus richtig sein. Denn es wurden rund 250 Becher mit dampfendem, duftendem Mokka beschenkt.

Anstehen für ein Tässchen Mokka am Euting-Grab auf dem Ruhestein: Dazu mussten die zahlreichen Besucher allerhand Geduld mitbringen. Foto: Schnurr

An seinem Geburtstag ein Tässchen Mokka für vorbeiziehende Wanderer, so hatte es einst Orientforscher Julius Euting (1839–1913) vermacht. Dieser gute Brauch lebt heute nachhaltiger auf denn je. Und so zogen am 11. Juli wahre Heerscharen aus Baden und Württemberg hinauf auf den Ruhestein zum Euting-Grab nahe dem Wildseeblick.

Unter ihnen viel politische und lokalpolitische Prominenz, die in Grußworten auf das Werk des mutigen und reiselustigen Orientforschers verwies, um dessen wissenschaftlichen Vermächtnis sich die Julius-Euting-Gesellschaft in Tübingen bemüht. Unter den Gästen erstmals Gaël de Maisonneuve, französischer Generalkonsul in Baden-Württemberg,

Geburtstagsfeier an einem Grab

Mit dem Heimat- und Museumsverein (HMV) für Stadt und Kreis Freudenstadt und der Familie Notz aus Bad Urach hatte die Gesellschaft die Veranstaltung einmal mehr organisiert. Deren Vorstandsmitglied, Exbotschafter Hubert Lang, übernahm die Moderation, wusste viel aus dem Leben und Wirken Julius Eutings zu berichten und erwähnte auch die Stele von Teima, deren Original im Louvre in Paris und deren Kopie im Freudenstädter Heimatmuseum zu sehen ist.

Großes Interesse fand auch der gebürtige Syrer Ryyan Alshebel, heute Bürgermeister der Gemeinde Ostelsheim, dem das Wirken Eutings durchaus bekannt war, und der von seiner Heimat berichtete. Musikstücke, Lieder und Anekdoten über den „Ruhesteinvater“ von Doris Notz beendeten den offiziellen Teil der Geburtstagsfeier an einem Grab.

Text Hannes Kuhnert, Foto Jürgen Schnurr